Wann ist genug tatsächlich genug?

Januar 23, 2019 2 Von Justus Zeemann


Wann ist genug genug?

Und warum ich mir diese Frage stellte!

Seit einiger Zeit wird mein Leben jeden Tag ein wenig besser. Ich bin erfolgreich und arbeite viel an mir selbst und meinen Ansichten über allerlei Themen, die mich interessieren. Vieles was ich ernsthaft angehe wird erfolgreich, die Beziehungen zu den Menschen um mich herum werden immer intensiver und finanziell sieht es auch gut aus. Meinen Körper „shape“ ich zudem, zwar etwas weniger als ich wollte, jedoch genug für einen spürbaren Fortschritt.
Neben all diesen großartigen Fakten gab es aber einen Punkt, der mir keine Ruhe ließ. Er war ein steter Begleiter in meinen Gedanken, meinen Gefühlen und meinen Entscheidungen.

Wenn ich nicht arbeitete, woran auch immer, hatte ich das Gefühl, dass ich nicht genug tat. Das ich mehr machen könnte, wenn ich „jetzt“ arbeiten würde. Die Unternehmungen, die ich statt der Arbeit anstellte, genoss ich daher nicht immer so sehr, wie ich es hätte tatsächlich tun können.
Arbeitete ich, war ich sehr fleißig und hatte trotzdem das Gefühl, dass es mir nicht reichte. Durch den Wegfall von festen Arbeitszeiten und der Möglichkeit immer und überall zu arbeiten, ergaben sich keine richtigen freien Zeiten mehr und das Gefühl arbeiten zu „sollen“ wurde dadurch wohl auch bestärkt. Ein Fakt den man bei der ganzen „Freiheit“ durchaus einmal näher betrachten sollte.
Es ergab sich eine innere Unruhe, da ich nicht in Balance mit meiner Ansicht über mein Arbeitspensum war. Egal wie erfolgreich ich war, und wie positiv das Feedback von anderen auch ausfiel – ich hätte es besser gekonnt und auch mehr tun können.

Ich mochte dieses Gefühl nicht und habe Monate dafür gebraucht, um herauszufinden, was ich tun konnte, um es los zu werden. Während einer Mastermind-Session mit anderen setze ich folgende Punkte auf, um zu sehen, wie es mir nach der Umsetzung ging und ob dies eine Lösung sein konnte:

  • Einen konkreten Plan erstellen, wie ich das Problem bekämpfen kann.
  • Mit anderen über mein Problem sprechen.
  • Aufschreiben was passiert, wenn ich das Problem nicht mehr habe.
  • Heute mit der Umsetzung anfangen.
  • Eine Woche so leben, als hätte ich das Problem bereits gelöst.

Um es kurz zu machen: Ja, diese Punkte haben mir geholfen und ich habe mein Problem seither viel besser „im Griff“. Neben den Punkten gibt es auch noch viele andere kleine Helferlein für jeden Tag die mir dabei helfen, mich besser zu fühlen. LSD zum Beispiel. Kleiner Scherz – wollte nur wissen ob du noch aufmerksam mitliest 😛
Nun gehe ich gerne auf die einzelnen Punkte und ihre Effekte ein:

Der Plan:
Hier kommt die Titelfrage zum Greifen.
„Wann ist genug tatsächlich genug“?
Ich überlegte was ich erarbeiten muss, damit ich das Gefühl habe, genug zu tun. Diese Punkte habe ich erstmal frei notiert. Anschließend habe ich sie sortiert und mit einem Datum versehen. So, dass das „komplette“ Jahr 2019 geplant war, inklusive der Events, die mich vom Arbeiten „abhalten“ werden.
Der großartige Effekt der sich dadurch einstellte:
Ich wusste und weiß nun genau: wenn ich die Liste abarbeite und umsetze, habe ich genug im Jahr 2019 getan.
In der Liste ist außerdem genug Freiraum für andere Projekte, die ich genießen kann, auch wenn ich sie noch gar nicht kenne. Das führt dann auch dazu, dass ich noch mehr getan habe als ursprünglich aufgeschrieben. Ein Puffer sozusagen.
Die Liste beherbergt sowohl meine alltägliche Arbeit, die Onlinekurse, wie auch Soziale und Hobby-/Nonprofit-Projekte die ich 2019 umsetze.
Gerade bei den Sozialen- und Umweltthemen hatte ich irgendwie einen Stein im Bauch, da der Planet dank des Menschen ganz schön verändert wird…
Dieser Plan hat mir sehr geholfen mich mehr zu entspannen und auch mit diesem Gefühl umzugehen.

Mit anderen über mein Problem sprechen:
Da das Thema von mir in einer Mastermind angesprochen wurde, habe ich bereits automatisch mit anderen darüber gesprochen. Also suchte ich mir weitere Menschen, die nicht in der Mastermind dabei waren. Einige kannten das Problem, für andere war es fremd oder gar kein Thema. Sie waren einfach auch so zufrieden.
Mir hat es geholfen über mein Problem zu reden und mich für die Antworten anderer zu öffnen. Ich habe bemerkt das ich damit nicht allein bin und dass es eine Lösung geben wird.
Es war also eine gute Entscheidung dies zu tun!

Aufschreiben was passiert, wenn ich das Problem nicht mehr habe:
Natürlich kannte ich die Antwort bereits innerlich und war auch sehr daran interessiert, sie zu erleben. Aber bisher hatte ich ja keinen Weg dahin gefunden.
Das Aufschreiben, und nicht nur das Vorstellen, eines Lebens ohne mein Problem war ein weiterer, hilfreicher Schritt mir klar zu machen, dass ich mir eine Lösung für mein Problem suchen werde.

Heute mit der Umsetzung anfangen:
Das war schwierig, denn ich war zu der Zeit auf der Nomad Cruise 7, einer 13 tägigen Konferenz, die mich gut mit vielen anderen Themen auf Trapp hielt. Ich konnte also nicht einfach anfangen zu arbeiten. Aber ich konnte bereits damit beginnen alle anderen Schritte auszuführen und die Sachen, die nichts mit der Arbeit etc. zu tun hatten, mehr zu genießen. Ich würde ja einen Weg finden, dass Gefühl „nicht genug zu tun“ loszuwerden. Dies stellt wohl einen der schwierigsten Punkte dar, wenn man konkret bei der Arbeit bleibt, aber es ist ein absolut Guter, wenn man wie ich, alle anderen Maßnahmen bereits umsetzt (Plan erstellen, Aufschreiben, drüber reden, etc.).

Eine Woche so leben, als wäre das Problem bereits gelöst worden:
„Für mein Thema wohl ein bisschen viel verlangt“, dachte ich. Ich habe das nicht richtig umsetzen können bzw. keinen direkten Zusammenhang mit meinem Thema hergestellt, da es einen längeren Prozess darstellt. Der Plan muss schließlich umgesetzt werden. Das Gefühl, dass ich genug tue, auch wenn ich nicht arbeite, muss ich erstmal zugelassen- und in mir verfestigt werden.
Ich vermute, dass dies bei anderen Themen ein wenig einfacher ist und habe es daher mit verschiedenen Punkten ausprobiert. Es hat sehr gut funktioniert und wirkte auch bei den beteiligten Menschen (ohne, dass sie davon überhaupt wussten).

Für mich hat sich also viel getan. Ich bin ein ganzes Stück freier geworden und fühle mich wohler, auch wenn ich den „Druck“ meiner Arbeit nicht missen möchte. Ein Leben im Moment und ein Genuss wann er sein sollte sind nun noch einfacher für mich geworden. Der Kopf kann öfter ruhen und die Seele mehr mitnehmen 😉

Danke für dein Interesse!