Der größte Feind meiner Ängste

Januar 23, 2019 Aus Von Justus Zeemann


Hast du Ängste?

Was ist deine größte Angst?
Wovor hast du Angst?

 

Diese Fragen wurden in den letzten Monaten in verschiedenen Situationen öfter an mich herangetragen und bewegen mich nun dazu, diesen Artikel zu schreiben.
Beim ersten Mal musste ich noch länger darüber nachdenken. Es gab eine Sache, die mich damals sehr beschäftigt hatte, aber eine >>Angst<< als solches, war das nicht:

Ich hatte das Gefühl nicht genug zu tun, nicht genug zu Arbeiten. Und wenn ich nicht arbeitete, hatte ich ein Problem die andere Tätigkeit zu genießen. (Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, kannst du diesen Artikel lesen). Doch nun zurück zu den Ängsten, die ich nicht habe.

„Wie kann man denn keine Ängste haben“?
Heute würde ich antworten:
Mit einem ausreichenden Selbstbewusstsein.
Diese Antwort ist aber nicht genug, denn wenn ich zusätzlich erkläre, welche anderen Faktoren noch eine Rolle spielen, und spielten, verstehst du es sicherlich besser und bist in der Lage, mehr für dich mitzunehmen. Ich möchte dazu auf folgende Punkte eingehen:

  • Nah-Tod-Erfahrungen
  • Erfolge
  • Finanzen
  • Familie und Freunde
  • Den Körper
  • Worst-Case-Szenarios
  • Motorradfahren
  • Und schließlich das Selbstbewusstsein

Ebenso bitte ich dich Stift und Papier bereit zu legen. In dem Artikel gibt es ein paar Fragen, du am Besten direkt beantwortest – oder dir für später aufschreibst : )
Los geht’s!

Die Nah-Tod-Erfahrungen:
Ich bin in der glücklichen Lage, dem Tod bereits zweimal von der Schippte gesprungen zu sein.
Einmal war es sehr knapp an einer schwerwiegenden Blutvergiftung vorbei (3h später und ich würde hier nichts schreiben können); und einmal war ich mit einem Motorrad ein wenig untalentiert durch eine Kurve gefahren, ohne den Pfahl der Leitplanke säße ich nun auch nicht hier.
Diese beiden Erfahrungen haben mir gezeigt, dass unser Leben sehr fragil ist. Vom großen „Wunder“ des Menschen mal abgesehen, kann es sehr schnell zu bewegenden Veränderungen kommen. Diese können die eigene, wie aber auch die Gesundheit der Liebsten betreffen. Diese Fragilität zeigt mir, dass ich mit meinem Leben etwas anfangen möchte, dass mich erfüllt und glücklich macht. Für mich ist dies unabhängig vom Alter.
Sind die sich ändernden Umstände aber so schwerwiegend, dass wir nichts mehr „retten“ können, sind wir ja sowieso machtlos und müssen den Tod „hinnehmen“.

Und hier setzt der schöne Effekt daran ein. (Ja, das klingt komisch).
Sollten wir oder andere dem Tod von der Schippe springen, dann wird weiter gelebt. Es gibt also einen Grund weiter zu lernen, zu wachsen, andere Menschen kennen zu lernen, anderen Menschen zu helfen und die Welt zu erkunden.
Sollten wir oder andere den Absprung nicht schaffen, kommt entweder ein neuer Abschnitt – oder gar nichts mehr.

Es klingt vielleicht ein wenig hart. Und einfach ist der Verlust eines anderen Menschen sicher nicht, aber er ist sicher auch nicht unausweichlich. Jeder von uns wird irgendwann seinen Körper der gewünschten Bestattungsmethode übergeben. Meine Aufforderung ist daher:
Genieße jeden Moment, den du mit ihm und den Anderen um dich herum hast. Wenn du es dir Bewusst machst, ist die Angst vor dem Tod kein Thema mehr. Der Tod verliert seinen „Schrecken“.

Erfolg:
Was ist Erfolg für dich?
Beim ersten Mal eine sehr schwierige Frage – und die Antwort kann sich mit der Zeit ändern. Daher macht es Sinn, sich diese Frage immer mal wieder zu stellen und in sich zu gehen, ob das, was du anstrebst immer noch deiner Antwort entspricht.
Und was passiert, wenn sich deine Antwort auf die Frage, also dein Erfolg, einstellt? Du es also vollbracht hast?
Bist du dann zufrieden?
Hörst du dann auf?
Ich denke eher nicht. Du wirst wahrscheinlich ein neues Ziel erkennen, an dem du deinen Erfolg messen magst.
Glaubst du nicht?
Dann gehen wir doch gemeinsam ein wenig in der Zeit zurück : )
Als du Kind warst, wolltest du XX verschiedene Sachen erreichen. Du wolltest erfolgreich das 1×1 beherrschen, Fahrradfahren, die Lego-Burg bauen, den High-Score im Videospiel schlagen, einen Mitschüler umgarnen etc.
Viele diese Erfolge hast du erlangt, manche einfach, manche mit viel Mühen. Aber du hast nicht aufgehört. Und nun suchst du irgendwas anderes – vielleicht sogar einen Weg angstfrei zu werden
Wenn du deinen Erfolg erlangt hast, kommt also der Nächste ins Blickfeld. So wird es immer sein.

Also:

Deine erreichten Erfolge fühlen sich gut an und zeigen dir, dass du Ziele erreichen kannst.
Deine nächsten Erfolge warten schon und sind definitiv erreichbar.
Schreibe daher bitte drei gute Gründe auf, warum du dich eher mit dem „Nicht-Erreichen“ deines Erfolges beschäftigen solltest, als mit dem Erreichen deines Erfolges.
Ich bin gespannt, was deine Versagensangst dazu sagen wird.

Finanzen:
Geld war für mich „schon immer“ ein Thema. Ich bin in bescheidenden finanziellen Verhältnissen, dafür mit vielen guten Werten aufgewachsen. Meinen ersten Job als „Zeitungsjunge“ trat ich mit 14 an. Danach startete ich mit 15/16 als Onlineredakteur, mit 16 in die Ausbildung zum Elektriker; dann Fachabi, Studium, 5-6 Jahre Marketingagentur und schließlich Online-Coach. Jetzt bin ich 32, ich habe also bereits mehr als mein halbes Leben damit zugebracht, Geld zu verdienen. Dabei habe ich meine Ein- und Ausgaben seit dem 21ten Lebensjahr, mit dem Auszug aus dem Elternhaus, meistens in Exceltabellen aufgeführt und geplant.
Das Gefühl kein Geld zu haben, Schulden zu machen oder sich diverse Sachen nicht leisten zu können, war lange Zeit ein steter Begleiter. Nicht genau zu wissen, ob das Geld reicht und wie die „Zukunft“ aussieht, ist für mich eine große seelische Belastung.

Also, was konnte ich tun um die „Angst vor der Armut“ zu besiegen?
Finanzielle Bildung.
Ta-Da!
Klingt erstmal furz trocken, gerade für mich als eher praktisch und technischen Menschen. Aber gut, wenn ich damit diesen Stein vom Herzen loswerde, warum sollte ich es nicht probieren? Wer sagt mir denn, dass ich damit nicht erfolgreich werden kann?
Daraus ergab sich eins meiner Ziele – meiner Erfolge: Ich wollte mir ein gutes, finanzielles Polster anlegen.

Sollte ich von einen auf den anderen Tag arbeitslos werden oder vielleicht mein Business scheitern, habe ich genug um mindestens 12, eher 18 Monate, normal leben zu können und eine neue Existenz aufzubauen. Dieses Geld wird von mir nicht angefasst, investiert oder irgendwo aufgeführt. Es ist einfach nur für meinen Seelenfrieden da.

Wie viel du dafür brauchst ist sicherlich unterschiedlich. Bei mir ging einher, dass ich niemals sehr viel Geld verdient hatte, kaum Schulden vorhanden waren und ich meine monatlichen Kosten im Zuge der finanziellen Bildung bereits gesenkt hatte.
Kosten senken – Schulden tilgen – Polster aufbauen – freier sein.
In einem der Bücher das ich damals gelesen habe, wurde die Summe von 10-20tsd Euro genannt. Hochgerechnet mit meinen monatlichen Ausgaben für Unterkunft, Lebensmittel und Versicherungen passt dies sehr gut.
Die Chance, dass ich also in die Armut falle, ist eher gegen 0 als gegen 100, und somit habe ich dort keine Angst.
(Wenn du mehr über finanzielle Bildung erfahren möchtest, besuche doch mal die Geldhelden!)

Familie und Freunde:
Hier kommt gleich eine ganze Bande von Ängsten angelaufen. Verständlich, da wir als Menschen ja ohne soziales Umfeld nicht überleben können.

„Hast du keine Angst einsam zu sterben“?
Nö, hab ich nicht.
Derzeit bin ich nicht einsam. Ich habe sehr gute Freunde, die immer für mich da sind.
Ich habe eine Familie, die zwar auch älter wird, aber mit der ich nicht gerade das Gefühl von Einsamkeit verbinde.
„Ja aber wenn du alt wirst“?
Hmmm, ich mache mir nun also 40 Jahre lang das Leben schwer, um dann zu sehen, ob ich einsam alt werde oder nicht?
Da bin ich dann doch raus, sorry. Das ist mir zu weit in der Zukunft und ich genieße lieber das hier und jetzt, das, was ich jetzt habe und wertschätze.

„Hast du keine Angst vor ungewollten Kindern“?
Dies war für mich ein Thema, denn ich weiß schon seit meiner Jugend, dass ich keine Kinder möchte.
Überraschenderweise erkannte ich dies aber nie als Angst. Erst als andere es als eine Angst ihrer selbst beschrieben, schloss ich den Zusammenhang.
Was müsste denn passieren, damit wir ungewollte Kinder bekommen? Das Wunder des Lebens muss sich durch ein Kondom beamen oder es muss die Verhütung der Frau umgehen – oder besser beides. Ja, es gibt Fälle, bei denen sogar auf beiden Wegen verhütet wurde und trotzdem eine Schwangerschaft zu Stande kam.
Ich ziehe diese Möglichkeit in meinem Leben aber nicht in Betracht. Alles in mir sagt „nein!“ dazu und ich kommuniziere dies klar mit jedem sexuellen Partner, bevor es soweit ist. Daher bin ich mir sicher, dass ich nicht ungewollt Vater werde.
Selbstbewusst oder verrückt? Ich denke selbstbewusst.
Hierbei trennt sich auch ein wenig der Komfort von der Angst. Sollte ich ich mir zum Beispiel die Samenleiter durchtrennen lassen, kann ich auch ungeschützten Sex mit nicht verhütenden Damen genießen. (Generell sollte man sich seine Partner natürlich gut aussuchen um Krankheiten auszuschließen, sowie darüber sprechen. Das gehört für mich einfach dazu).
Keine Option für dich und immer noch Angst vor ungewollten Kindern?
Interessant, aber du möchtest später „kontrolliert“ Kinder haben? Spermien einfrieden kostet ungefähr 20-30 Euro im Monat. Der Preis für dein sorgenfreies Gemüt… (Bedenke aber bitte auch, das künstliche Befruchtung nicht für jede Frau ein Hauptgewinn ist…).
Reicht nicht?
Dann solltest du dein Möglichstes tun um zu verhüten und nur mit Menschen Sex haben, die auch ein potentieller Elternteil sein könnten. Klar reduziert das die Auswahl, sollte dein Gemüt aber auch ungemein beruhigen. Alles geht halt nicht – oder doch?

„Hast du keine Angst nicht geliebt zu werden“?
Oh!
Ich wurde geliebt. Und ich habe geliebt. Und ich werde geliebt. Und ich liebe.
Mit 18/19 lebte ich ein Jahr mit physischem Herzschmerz. Meine „große Liebe“ und ich trennten uns, für mich war es richtig hart. Aber eine wundervolle Erfahrung. Das Gefühle und Emotionen so etwas in mir auslösen können fasziniert mich immer noch – und auch wenn es hart klingt, wünsche ich es jedem Menschen einmal zu erfahren. Es überarbeitet nämlich das Denken über die Liebe, über die Zuneigung zu anderen Menschen – für mich im Nachhinein zu etwas sehr Positiven. Meine Wertschätzung steigerte sich sehr.
Und wen liebe ich heute?
Da wäre zum Ersten einmal ein ganz spezieller Mensch. Natürlich hat er seine Ecken und Kanten, aber ich lerne ständig besser damit umzugehen. Für mich definitiv eine Lebensaufgabe, da es sich um mich selbst handelt 🙂
An dem Spruch „Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gernhaben“ ist nämlich sehr viel dran. Mit ausreichender Selbstliebe wirst du zu einem wunderbaren Menschen. Und wer umgibt sich nicht gerne mit wunderbaren Menschen?

Dann gibt es da noch meine besten Freunde, die alle seit mehr als 10 Jahren an meiner Seite sind. Sie kennen mich also von „klein auf“ bis heute und sind immer noch an meiner Seite. Wenn da keine Liebe dahintersteckt, dann weiß ich auch nicht wie du es nennen magst.

Du hast keine guten Freunde? Wenn du dich selbst liebst und dich umschaust, wirst du sie früher oder später finden.
Feste Freundschaft entwickelt sich aber nicht in ein paar Monaten. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, kannst du dir gerne diesen Artikel ansehen.

Der Körper:
„Was ist denn, wenn du krank wirst“?
Wie zu fast jeder dieser „Angstfragen“ gibt es einen passenden, aber ausgelatschten Spruch:
„Was uns nicht umbringt, macht uns härter“.
Härter?
Vielleicht sollten wir es lieber „erfahrener“ nennen.
Ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, dass es sehr beschissene Krankheiten gibt die dich für Monate/Jahre ans Bett fesseln und dein Leben sehr trist wirken lassen können. Die psychischen Folgen nicht zu vergessen.
Aber ich bin hier und schreibe diesen wunderbaren Artikel über mein angstfreies Leben. Die Krankheiten die wir durchlebt haben zeigen uns doch immer wieder, dass der Körper über viel Kraft der Selbstheilung verfügt. Ich nutze diese sehr gerne aus und kontrolliere meine Gesundheit mit meinen Gedanken.

Die Umstände/Krankheiten, die ich nicht ändern kann, werden meist durch etwas verschobenes in meinem Körper oder in meinem Geist hereingelassen. Sie signalisieren also, dass irgendwo was nicht ganz passt oder angepasst werden sollte – hier ist dann zuhören ganz wichtig. Wie das alles funktioniert? Ein sehr komplexes Thema und nichts für diesen Artikel, aber definitiv interessant, vielleicht für später 😉

„Und die wirklich bedrohlichen Erkrankungen/Gesundheitsbeeinträchtigungen?“
Da vertraue ich der Schulmedizin, da sie momentan einfach der schnellste Weg ist, nicht zu sterben oder bleibende Schäden zu erleiden. Ich habe dafür eine Krankenversicherung – wie die meisten Menschen.
Für einen Schnupfen laufe ich jedoch nicht zum Arzt. Ich gebe dem Körper etwas mehr Ruhe als sonst, füge ihm extra gesunde und nährstoffreiche Nahrung zu und nehme vielleicht sogar die ein oder andere Tablette. Geht er nach einiger Zeit nicht weg – Schulmedizin!
Macht der Darm komische Probleme, die ich vorher nicht gefühlt habe?
Trete ich doof auf und habe einen dicken Fuß oder guckt gar ein Stück Knochen raus?
Habe ich eine unheilbare Krankheit und werde bald sterben?

Die ersten Beiden löse ich womit? Genau – Schulmedizin.

Und den letzten Fall verbinde ich nun mit dem Artikelteil aus den Nah-Tod-Erfahrungen – und zusätzlich der Schulmedizin. Jede Sekunde ist lebenswert, jeder Moment etwas Besonderes, für das ich sehr dankbar bin. Die Schulmedizin wird eine Analyse bieten, ich werde ein Zeitfenster bekommen und dann entscheiden, ob ich einfach noch ein bisschen Zeit mit meinen Liebsten verbringe, oder ob ich mein finanzielles Polster nutze um andere Wege der Medizin auszuprobieren.
Angst erzeugt es aber keine in mir. Ich habe mich ausreichend damit beschäftigt und mir meine Meinung gebildet. Ich kann meine Reaktion also bereits vorhersagen.
Die Angst vor dem Ungewissen ist dadurch verschwunden. Wissen macht (angst)-frei.

Worst-Case-Szenarios:
Dieser Punkt greift eigentlich genau dort an, wie der Körperteil endet.
Ein „Worst-Case-Szenario“ ist der schlimmste, anzunehmende Fall, der eintreten kann. Er wird sich aus deiner eigenen Meinung und Perspektive zu einem Thema ergeben. Anbei eine allgemeine Frage zu jeder erdenklichen Angst, die du dir jetzt direkt stellen kannst:

Frage dich selbst, ob du diese Angst hattest, als du auf die Welt gekommen bist.

Ja? Ich glaube eher nicht…

Nein? Wo kommt sie her, was ist passiert, und wie furchtbar war es wirklich? (Tödlich war es ja offensichtlich nicht ; ))

Und hier sind vier weitere Fragen, deren Ergebnisse du jetzt ruhig mal aufschreiben kannst!

  1. Was ist im Allgemeinen das Schlimmste, was dir passieren kann?
    Wirklich, oder geht es nicht noch ein wenig schlimmer?
  2. Und was ist das Schlimmste, was dir im Zusammenhang mit einer bestimmten Angst passieren kann?
  3. Was sind die Langzeitfolgen, wenn dieser „Worst-Case“ Eintritt?
  4. Was muss passieren, damit er eintritt?

Wenn du dir diese vier Fragen stellst und die Antworten aufschreibst, wirst du dich ein Stück weiter mit deiner Angst beschäftigt haben. Du wirst dir eine Meinung dazu bilden und in vielen Fällen erkennen, dass weder dein Leben, noch deine berufliche, familiäre oder finanzielle Existenz wirklich bedroht ist. Dein Wissen macht es dir einfacher damit umzugehen. („Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“). Gleichzeitig werden dir Lösungswege einfallen, diese Situationen zu vermeiden, oder aus Ihnen „zu entkommen“. Diese lohnt es sich ebenfalls aufzuschreiben.

Viele der Ängste die wir für „normal“ und „alltäglich“ halten rauben uns viel Energie. Einige dieser Ängste werden von einem Großteil der Bevölkerung geteilt, andere sind eher speziell.
„Genau! Angst haben ist ja völlig normal“!
Und? Wird es dadurch irgendwie besser?
Ich denke nicht und ziehe ein angstfreies Leben vor. Wenn dich jemand in deiner Angst bestätigt, gibt es auch jemanden der dies nicht tut. Suche besser nach dem zweiten Exemplar, anstelle des Ersten.

Motorradfahren:
Motorradfahren?
Was soll das denn hier?

Viele der anderen erwähnten Punkte sind wie dieser hier sehr rational von mir erklärt. Sie wirken sehr berechnet und klassifiziert. Vielleicht sogar etwas „easy-going“, „oberflächlich“ oder „von oben herab“.
Das ist aber nur möglich, weil ich diese Erfahrungen durchlaufen habe und das Level auf dem ich bin bereits erreicht habe.
Ich möchte hier ein Beispiel aus dem Motorradfahren bringen, da ich finde das es gut passt und sich in mein Leben integriert hat, viele Jahre bevor ich überhaupt mein Verhältnis zu Ängsten überdacht habe.

Es geht um die „Überlebens-Instinkte“, die „Panik-Reaktionen“ die wir beim Motorradfahren in schwierigen und gefährlichen Situationen meist (leider) automatisch ausführen. Dies kann vom falschen Blickpunkt, zum Verkrampfen der Hände und Arme bis zum unnötigen Bremsen und dem gefährlichen Sturz führen. Bist du als Fahrer in der Lage diese Reaktionen zu kontrollieren, wirst du dich wohler fühlen, mehr Selbstsicherheit haben und ein größeres Selbstbewusstsein finden. Worum es dabei genau geht ist im Film „The twist of the wrist II“ auf YT und Vimeo ab Minute 11 sehr gut erklärt. (Solltest du zweirädrige Fahrzeuge nutzen, kann ich dir nur empfehlen den ganzen Film zu schauen und viel damit zu trainieren).
Diese „Selbstprogrammierung“ lässt sich auch auf andere Bereiche im Leben übertragen. Ohne Training kommen wir aber auch hier nicht voran.

Der Endgegner – Das Selbstbewusstsein:
Nun kommen wir zum letzten Punkt der Liste. Dem Selbstbewusstsein. Starten wir wieder mit ein paar Fragen:

Frage dich, was am Meisten zu deinem Selbstbewusstsein beiträgt.
Frage dich dann, wer dich in diesen Punkten bestätigt, es also wachsen lässt (vielleicht ohne Absicht, einfach durch den eigenen Charakter).
Und frage dich anschließend, wer dich in diesen Punkten nicht bestätigt, es also unterdrückt (vielleicht ohne Absicht, einfach durch den eigenen Charakter).

Meine Empfehlung ist dann etwas rau, aber nur du kannst sie umsetzen und es wird kein „Engel“ oder „Zauberer“ kommen, der dir dabei hilft:

Konzentriere dich mehr auf die Sachen, die dein Selbstbewusst verstärken.
Verbringe mehr Zeit mit den Menschen, die dich in deinem Selbstbewusstsein voran bringen.
Verbringe keine Zeit mit den anderen Menschen, die dein Selbstbewusstsein runterziehen.

„Jaaaaa, aber!“
Nein, kein „Jaaaaa, aber!“.
Das ist genau das, was ich anfangs mit „rau“ meinte. Es gibt hier keine Ausreden und auch keine Abkürzung.

– Dein Chef zieht dich runter und hält dich klein aber du brauchst ja den Job? Ich bin überzeugt, den gleichen Job gibt es auch wo anders. Vielleicht mit weniger Lohn, vielleicht 10km weiter weg, aber dafür ohne einen Menschen der dich klein hält. Diese Änderung kannst (und musst) jedoch nur du umsetzen. Und natürlich kostet sie Zeit und mühen.
– Aber ich mag meine Freunde ja so gerne, auch wenn sie mich klein halten – und will nicht allein sein.
Und warum genau mögen sie dich? Wer wird dich mögen, wenn du ein gesundes Selbstbewusstsein hast? Du glaubst doch nicht wirklich, dass eine selbstbewusste und zufriedene Person lange allein bleibt…, oder?
– Ich habe keine Zeit ins Fitnessstudio zu gehen, ich kann die Sprache nicht lernen, ich kann aber keine Spinnen sehen, etc.. An diesem Punkt möchte ich noch einmal erwähnen, dass wir hier von Selbstbewusstsein reden – da ist mit „Ich kann nicht“ leider nicht viel zu holen. Es gibt sehr viele Punkte, die „zu überkommen“ sind. Dieser Artikel ist dafür aber keine Anleitung. Er zeigt nur, was meine Erfahrungen wiederspiegel. Und ja, das Gras ist auf der anderen Seite wirklich grüner.

Was sind denn die Probleme am Selbstbewusstsein?
– Wenn man es falsch vermittelt, kann es Arrogant wirken. Nicht so cool ; )
– Bist du sehr selbstbewusst, aber lässt keinen gesunden Menschenverstand walten, kannst du dich fix mal überschätzen und dir selbst und anderen Schaden zufügen… also Hirn anlassen!

Was sind denn die Vorteile eines gesunden Selbstbewusstseins?
– Du magst dich selbst sehr gerne und fühlst dich in deiner Gesellschaft wohl. Dies macht dich relativ unabhängig von anderen Menschen, du kannst also auch gut alleine sein wenn du musst oder möchtest.
– Du weißt, dass du gewisse Attribute hast und dich auf diese konzentrierst, um deine Stärken auszubauen.
– In deinem Leben gibt es viele gute Ereignisse, du genießt den Moment und dich selbst – dies zieht andere Menschen an und gibt dir ein gutes Gefühl.
– Was du anpackst, funktioniert auch. Dies gibt dir ein gutes Gefühl bei deinen Entscheidungen und die nötige Zuversicht auf Erfolge. Es bleibt kein Raum für unnötige Ängste, weil die Erfolge warten : )

Die Verbindung zu deinen Emotionen wird durch ein angstfreies Leben nicht absterben. Aber durch ein angstfreies Leben bleibt mehr Platz für andere Emotionen, positive Emotionen. Welche sich dann mit anderen Gedanken zu anderen Zwecken verknüpfen lassen.

Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die Ihre Ängste nicht „besiegen“ können und für diese Menschen ist dies wahrscheinlich nicht sonderlich hilfreich. Ich bin kein Psychologe und beschreibe dies nicht als universal Rezept.
Für mich selbst ging es darum, in diesem Artikel aufzuführen, welche Schritte und Erfahrungen mich angstfrei gemacht haben. Viele der Leser werden davon profitieren, hoffentlich auch du. Alle Schritte, die ich aufgeführt habe sind in vielen vielen Jahren gewachsen und entstanden. Erwarte nicht, dass du innerhalb von Stunden oder Tagen alles umkrempeln kannst.
Aber wenn du dich festbeißt, wirst du es schaffen 🙂

Danke für dein Interesse!