Was bisher geschach

Hiermit gebe ich dir eine kurze Einführung in die Lebensabschnitte, die vor meinen Reisen stattgefunden haben. Irgendwo werden wir dann den fließenden Übergang zu den aktuellen Geschehnissen finden um dann in den anderen Teil des „Über mich“ Bereiches zu springen.

Ich bin im Winter 1986 in Braunschweig geboren und habe die ersten Jahre auf dem Dorfe gelebt. Noch bevor ich richtig sprechen konnte, war ich bereits in Wolfenbüttel angekommen. Dort verbrachte ich meine gesamte Schulzeit und begann im Alter von 16 Jahren eine Ausbildung.
In meiner Schulzeit durchlief ich die Grundschule, Orientierungsstufe und schließlich die Realschule, welche nach der 10ten Klasse endete. Nach meinem 14ten Geburtstag startete ich meinen ersten offiziellen Job, Prospekte verteilen. Bis zum heutigen Tag habe ich stets irgendwas gearbeitet, um niemanden auf der Tasche zu liegen und autark und selbstständiger sein zu können.
Die Berufsberatung empfahl mir eine Ausbildung zum Elektroinstallateur, welche ich auch nach wenigen Bewerbungen beginnen konnte.
Die erste Firma war in der Industrie angesiedelt und hielt die vielen Firmengebäude des Betriebes in Schuss. Nach einem Jahr wurde diese jedoch aus „betrieblichen“ Gründen geschlossen und alle Mitarbeiter waren gezwungen sich etwas Neues suchen. Azubis wurden vom Arbeitsamt bei der Suche unterstützt und dank guter Noten konnte ich mir mehrere Firmen anschauen.
Schließlich landete ich bei einem Unternehmen, welches einen sehr breiten Bereich der Elektroinstallation abdeckte und lernte neben der normalen Elektroinstallation auch die Veranstaltungstechnik, Gegensprechsysteme und Sattelitenanlagen kennen.
Trotz meiner technischen Wissbegierde, war mir recht schnell klar, dass ich meine Zukunft nicht in auf den Baustellen dieses Berufsfeldes sehe.
Somit folgte direkt nach der Ausbildung der Zivildienst bei der AWO und anschließend das Fachabitur mit Schwerpunkt der Elektrotechnik. Hier erlebte ich das erste Mal, dass sich die Lehrer wirklich für mein Tun interessierten und uns Schüler so richtig voranbringen wollten. Es könnte durchaus sein, dass auch wir als Schüler einfach motivierter waren, da wir fast alle freiwillig dort waren. Eine schöne Symbiose!
Der Fleiß im Abitur hatte sich gelohnt und so wurde ich als Jahrgangsbester in mein darauffolgendes Maschinenbaustudium entlassen.
Wieder in Wolfenbüttel angekommen war die Mentalität hier aber anders als in der Schule und durch die geforderte Ellbogengesellschaft gab es den ersten Bruch im Bildungsweg. Ich wechselte deshalb zur Energie- und Gebäudetechnik, welche für mich deutlich mehr auf Teamwork und ein freundliches Klima setzte. Meine Vorkenntnisse im Bereich der Elektrotechnik konnte ich hier ebenfalls sehr gut nutzen.
2011 bremste es mich dann gesundheitlich von 100 auf 0 und ich war mehrere Monate nicht fähig meinen Studiengang weiter zu verfolgen.
Diese „Nahtoderfahrung“ hatte einiges verändert: mein Denken über mein bisheriges Leben sowie meine Ziele wurden das erste Mal komplett auf den Kopf gestellt. Unabhängig von der Krankheit hatte ich die Menschheit satt. Ich hatte genug von dem arroganten Verhalten allem anderem Leben gegenüber. Wie damals verhält sich auch heute noch der Großteil der Bevölkerung wider dem, was ich als menschlich und verantwortungsbewusst bezeichnen würde.
Zu der Zeit suchte ich in Gesprächen verschiedene Anregungen, unter anderem auch beim meinem Dekan.
Dieser sagte eines Tages, nachdem ich ihm in einem persönlichen Gespräch meine „Hirngespinste“ geschildert habe, folgendes zu mir:

„Herr Zeemann, ich habe zwei Sätze für Sie.
1. Ich kann nicht alle retten.
2. Aber ich tue, was ich kann“.

Ich brauchte einige Zeit um zu begreifen, was er mir da versuchte mitzuteilen. Auch heute, noch viele Jahre später, bezeichne ich dieses Gespräch als Schlüsselereignis in meinem Leben.
Es ermutigte mich einen Weg zu finden, wie ich meinen Frieden mit der Menschheit machen konnte.
Und dann ergab sich die Möglichkeit für ein Auslandssemester an der University of Maryland in den USA (Ostküste).
Nach Bewerbung, verschiedenen Gesprächen, Visaorganisation und dem Verkauf meines Hab-und-Gutes stieg ich somit Februar 2012 das erste Mal in ein Flugzeug, verließ das erste Mal Europa und die Heimat. Damals wollte ich eigentlich gar nicht mehr zurück kommen.
Mich erwarteten sieben wundervolle Monate, 16.000km auf Reisen, nette Menschen und die Einstellung „Who cares? No one cares“.
Was ich für ein Meme hielt, entpuppte sich als offene Lebenseinstellung vieler Amerikaner. Von Kanada bis Mexiko fand ich dieses immer wieder und es half mir ungemein, mein Denken über die Menschheit zu verändern. Natürlich verschwanden dadurch nicht die Ursachen der Probleme und die Menschen veränderten auch nicht ihr Verhalten – aber ich fand meinen Liebe zum Leben wieder und genoss meine „Rosa-Rote-Brille“ in vollen Zügen.
Meine Veränderung ging so weit, dass ich die Entscheidung traf, mein Leben ändern zu wollen. Ich wollte etwas machen, das mir Spaß bereitet, bei dem ich schnell Ergebnisse erzielen konnte und von dem ich zudem Leben konnte. Und natürlich wollte ich mehr Reisen.
So besuchte ich nach meiner Rückkehr als erstes Norwegen und später Barcelona, Prag und Umland sowie die Niederlande.
Ich suchte mir einen Existenzgründer und stellte ihm mein Konzept zur Fotografie vor. Nach wenigen Minuten war klar, dass wir zusammenarbeiten sollten und er offerierte mir die Möglichkeit, mein Konzept in seiner Firma umzusetzen. Dort blieb ich dann auch für die nächsten fünf Jahre. Arbeitete erst als Fotograf und „Männchen für alles“, schließlich nur noch als Fotograf, dann zusätzlich als Videograf und im grafischen Bereich. Ich besuchte Workshops und brachte mir in kurzer Zeit unheimlich viel selber bei, da der Markt und die Kunden es so verlangten.
Ich bin der Meinung, dass mir mein vorheriges Studium dabei sehr geholfen hat. In der Energie- und Gebäudetechnik spielen die Thermodynamik sowie die Strömungstechnik eine wichtige Rolle. Jeder Prozess ist unterschiedlich und es müssen immer wieder neue Lösungen gefunden werden. Und diese Kompetenz nach alternativen und neuen Lösungen zu suchen, lässt sich sehr gut auf andere Lebensbereiche anwenden.
Irgendwann stellte sich bei der Arbeit allerdings ein Status ein, der mich nicht mehr zufrieden stellte. Ich wollte mehr und wohl auch eine Veränderung.
So suchte ich neben meinem Beruf nach Möglichkeiten weitere Unternehmungen umzusetzen und lernte sehr viel im Bereich des T-Shirt Business. Auch wenn es finanziell funktionierte, war ich nach einiger Zeit nicht damit zufrieden. Die meisten Verkäufe kommen über Impulskäufe zustande und die Shirts werden zumeist emotionslos, ungetragen in irgendeine Ecke gelegt. Ich produzierte demzufolge hauptsächlich Müll und stellte somit meine T-Shirtschmiede wieder ein. Erneut auf der Suche fand ich schließlich den Zugang zum „Onlineteaching“ und schaute, mit welcher meiner Leidenschaften ich den größten, echten Mehrwert schaffen konnte.
Nach gut einem Monat hatte ich meinen ersten Onlinekurs erstellt und testete, wie sich dieser im Markt machte. Ein voller Erfolg, der nach einem Jahr weit über 5.000 begeisterte Schüler verzeichnete. Motiviert vom Erfolg produzierte ich weitere Kurse und fand einen sehr guten Einstieg in diesen Bereich. Bereits vor und erst recht während des T-Shirt Business hatte sich meine Lebenseinstellung und die Erwartungen an das Leben erneut verändert. Durch den Erfolg in der Onlinebildung wurde dieses noch einmal gepusht und führte dazu, dass ich viel schneller als erwartet das bisherige Unternehmen verließ und zu einem Kunden machte. Weitere, schnelle Erfolge führten dann schließlich dazu, dass ich meine deutsche Basis komplett aufgab und mit dem permanenten Reisen began.
Wie ich meine Einstellung zum Leben veränderte und meine Motivation aufbaute, erfährst du vielleicht einmal an anderer Stelle.
Bevor ich dich nun in den anderen Bereich verweise, möchte ich noch einigen besonderen Menschen dafür danken, dass sie mich in diesem Teil meines Lebens begleitet haben. Familie, Freunde und den inneren Kreis brauch ich hier nicht aufführen – ihr wisst, dass ich euch sowieso liebe ; )

Eberhard Borrmann – Pfarrer in der St. Thomas Gemeinde Wolfenbüttel
Ing. Bernd Grunert – Lehrer für Elektrotechnik im Fachabitur
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kuck – Meiner Zeit Dekan der Fakultät an der Ostfalia Hochschule
Prof. Dr. rer. Nat. habil. Ekkehard Boggasch – Meiner Zeit Prof. für Elektrotechik and der Ostfalia
Marcus Weber-Wellegehausen – Gründer und Geschäftsführer des Eventus Firmennetzwerkes
Mirko Schneider – Geschäftsführer der Eventus Unternehmensberatung
Daniel Gaiswinkler – Der Mann für T-Shirts und so vieles mehr
Leon Chaudhari – Für die Idee mit den Onlinekursen

Geschrieben im Kapetepnja (Magazin 1907), Kralja Petra 16, Belgrad.

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